Alto contrasto
Die Zukunftsfähigkeit eines jeden Unternehmens beruht auf seiner Bereitschaft sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Auch die digitale Transformation im Unternehmen beginnt mit dem Bestreben, zunächst die operative Exzellenz in den bestehenden Geschäftsbereichen zu erreichen. Mit den freigewordenen Ressourcen können anschließend neue Geschäftsideen entwickelt werden.
Mit exponentiell wachsender Geschwindigkeit schreitet die technologische Entwicklung voran. Wer den Nutzen von neuen technischen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung seines Geschäftsmodells nicht erkennt, riskiert von der Konkurrenz überholt zu werden.
Uber oder Airbnb haben uns gezeigt, wie mit technischer Innovation neuer Nutzen für den Kunden generiert werden kann. Mit ihren neuen Geschäftsideen haben sie bestehende Märkte radikal verändert.
Die technische Innovation eröffnet viele neue Möglichkeiten, aber ausschlaggebend bleibt immer der Nutzen für den Kunden. Denn dieser ist nicht bereit, für eine rein technische Innovation zu bezahlen, ohne einen konkreten Mehrwert für sich daraus zu beziehen. Beispielhaft hierfür ist das 1985 von Motorola entwickelte innovative Telefonsystem „Iridium“. Es funktionierte auf der ganzen Welt, aber leider nicht in Gebäuden und Autos und deshalb hatte es auf dem Markt kaum Absatz.
Dabei ist es nicht unbedingt notwendig, der Erste zu sein, der ein Kundenbedürfnis mittels technischer Innovation anspricht. Manchmal können auch bereits bestehende Technologien vollkommen anders angewandt werden. Ein Beispiel dafür ist das iPhone1, welches 2007 von Steve Jobs vorgestellt wurde. NTT DoCoMo hatte bereits 1999 ein Handy mit benutzerfreundlicher Anwendung für die Internetnavigation auf den Markt gebracht. Das iPhone1 schuf zusätzlich zum Prinzip der Einfachheit auch eine App-Marktplatz, auf dem jeder seine Applikationen zur Verfügung stellen konnte.
2007 war meines Erachtens der Startschuss für die aktuelle Digitalisierungswelle mit:
Heute mehr denn je sind diese Eigenschaften für die Digitalisierung von größter Wichtigkeit, aber wie findet das Unternehmen den notwendigen innovativen Nutzen für den Kunden?
Da die Intuition nicht immer ein zuverlässiger Ratgeber ist, lohnt es sich, einem strukturierten Prozess zu folgen. W. C. Kim und R. Mauborgne beschreiben in ihrem Buch „Der blaue Ozean als Strategie“ sechs mögliche Suchpfade, um außerhalb der etablierten Marktgrenzen neue Geschäftsfelder zu erkunden:
Es ist nicht möglich die Zukunft vorherzusagen. Trotzdem sollte jedes Unternehmen hin und wieder über die Grenzen des traditionellen Wettbewerbs hinausblicken. Hierfür sind ein strukturierter Prozess und eine innovationsfördernde Organisationsstruktur hilfreich.
Quellenangabe
Alexander Kiesswetter ist selbstständiger Experte für Organisationsentwicklung.
Die Eroberung neuer Märkte mittels Nutzen-Innovation